Archiv für Februar 2008

Begrüssung

29. Februar 2008

Heute hat mein bester Freund ebenfalls eine Latina geheiratet. Allerdings habe ich ihn schon seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen. Dies zeigt eindrücklich wieviel Zeit und Arbeit ich in unsere Familie investiere, sodass ich inzwischen keine freie Zeit mehr für mich habe.

Bis gestern musste ich weitere Unterlagen zusammenstellen und an das Gericht einreichen. Ich habe nämlich meinen ehemaligen Arbeitgeber verklagt (Kosten für widerrufene Flüge und die Ausbezahlung von Ferien). Da dies sehr wichtig ist, war ich damit letzte Nacht lange beschäftigt. Leider erhalte ich auch dabei keinerlei Unterstützung von M., nicht einmal moralisch, oder dass sie mich aufmuntern würde.

Wenigstens ist das nun erledigt und das Wochenende steht an. Die wichtigste Arbeit ist also erledigt und nun heute nur noch auf diesen Apéro, dann kann ich endlich wieder etwas schlafen und mich etwas mehr um meine Familie kümmern. Ich habe mich heute den ganzen Tag gefreut endlich wieder M. zu sehen.

Heute an der Hochzeit sollten wir uns eigentlich treffen. Ich habe heute Nachmittag etwas früher aufgehört zu arbeiten und bin direkt zum Fest gefahren. Dort ruft mich M. dann an und sagt, sie komme erst etwas später, da die drei Kinder (2, 3 1/2 und 10) gemeinsam ins Kinderturnen gegangen seien. In diesem Alter kann man sie ja noch nicht länger alleine lassen. Sie komme aber nach dem Turnen direkt mit allen.

Als ich dann nach Hause komme freue ich mich schon auf meine Familie. Leider kommt es aber ganz anders.

M. begrüsst mich überhaupt nicht. Sie sagt nur ich solle mir für sie einmal soviel Zeit nehmen wie für meinen Freund und verschwindet beleidigt. Sie habe dies irgendwo in einem Newsletter gelesen.

Dass sie ihre Freundinnen mindestens einmal wöchentlich trifft und fast täglich mit Ihrer Familie in Südamerika telefoniert, brauche ich ja nicht zu erwähnen. Auch dass sie sich in den letzten Jahren noch (fast) nie Zeit für mich genommen hat ist natürlich nicht erwähnenswert. Umgekehrt helfe ich ihr aber (meines Erachtens) ständig bei den Kindern und zum Teil auch im Haushalt, obwohl sie nicht arbeitet.

Eigentlich war die Einladung ja für uns beide. Dass sie dann nicht erscheint ist ja wohl nicht mein Fehler. Und dass ich dort nicht auftauche wäre ja wohl das hinterletzte gewesen. Was soll ich denn sonst noch machen?

Und auch wenn sie irgendwelche negativen Gefühle hat – statt mit mir darüber zu sprechen fängt sie an den Abend zu vergiften, indem sie mich nicht einmal begrüsst.

Kann ich ihr wohl weiterhin vertrauen, dass sie mich liebt? Soll ich weiterhin mein ganzes Vertrauen, meine Zeit, meine Kraft usw. in sie setzen?

Interesse an mir?

18. Februar 2008

Kürzlich war ich geschäftlich für drei Wochen in Chicago. Es ist das erste Mal, dass ich beruflich etwas von der Schweiz weg gekommen bin. Eines meiner Hobbies ist das Fotografieren. Natürlich habe ich auch die Tower besucht usw. und ein paar schöne Bilder gemacht.

Als ich ihr eben ein paar davon zeigen wollte, sagte sie nur „kein Interesse“. Nicht einmal die Bilder vom Hotelzimmer, die ich extra für sie gemacht hatte, wollte sie sehen, da sie momentan anderes zu tun habe. Dabei sass sie am Tisch und sah nicht sehr beschäftigt aus.

Für mich zeigt das einfach, dass sie absolut kein Interesse an mir hat. Oder ist da jemand anderer Meinung?

Chicago downtown

Chicago beim Eindunkeln

Verstanden?

10. Februar 2008

Dass wir Kommunikationschwierigkeiten haben ist ja bekannt. M. hat alle drei Kinder nach dem Baden in unser Bett genommen. Ich sage ihr, dass daneben wichtige und teure Sachen von mir liegen, und dass sie aufpassen solle, dass damit nichts passiere.

Sie antwortet nicht und schaut mich auch nicht an. Ich frage nach, ob sie mich gehört hat. Da schreit sie mich an und sagt, dass ‘keine Antwort’ generell bedeute, dass sie mich verstanden habe.

Ich glaube, das bestätigt nur unser Kommunikationsproblem. Darf ich in einem solchen Fall keine Antwort erwarten?

Typisches Feierabend-Szenario

6. Februar 2008

Heute bin ich nicht im Büro eingeschlafen, entgegen meinen Befürchtungen von gestern. Vielleicht haben die Drogen gewirkt (Koffein), obwohl das sonst bei mir eigentlich keinen Effekt hat.

Im Geschäft ist jetzt eine ziemlich hektische Zeit. In den nächsten Wochen soll das neue Programm aufgeschaltet werden, obwohl wir jede Menge Probleme haben. Wie es mit unserer Abteilung weiter geht nach dem Management-Wechsel kann momentan niemand sagen, usw. Aber das alles interessiert M. ja überhaupt nicht. Wenigstens liest diese Zeilen hier vielleicht jemand.

Als ich heute nach Hause gekommen bin, treffe ich ziemlich chaotische Verhältnisse an. Die Wohnung ist in einem totalen Durcheinander. Aber wenigstens gibt es Nachtessen (Salat). Viel schlimmer als die Ordnung ist aber der Zustand der Anwesenden. M. ist auf Grund der Überforderung dem Heulen oder Losschreien nahe. D. wirkt etwas apathisch. Anscheinend sei er vom Hochbett heruntergestürzt. M. war nicht dabei, als es passierte.

D. ist schon einmal auf den Kopf umgefallen und wir mussten mit ihm über Nacht zur Beobachtung im Spital bleiben. M. hat dies wieder befürchtet und möchte lieber aufräumen, damit sie sich besser fühlt (ihre Schwester kommt ja morgen). Auf keinen Fall möchte sie sich jetzt um ihn kümmern. D. schläft fast ein, obwohl es noch nicht so spät ist.

Schon wieder muss ich mich um alles kümmern. Mein Anruf auf der Kindernotfallstation entlastet wenigstens: er solle ruhig einschlafen. Wir sollen ihn aber beobachten und bis Mitternacht noch mindestens zwei Mal wecken. Bei auffälligem Verhalten, oder bei Erbrechen müssten wir aber vorbeikommen.

M. war heute bei ihrem Hausarzt für ihre Jahreskontrolle. Anscheinend seien die Werte für die Schilddrüse etwas erhöht. Man könne aber noch etwas zuwarten und sie solle sich ihre Lebensumstände anschauen. Jetzt fällt ihr auf, dass sie eigentlich ganz krank ist: sie habe vier Kilogramm abgenommen, Nachtschweiss, Herzrasen, usw. Nach dem Befund hat sie sich im Internet über alle möglichen und unmöglichen Erkrankungen informiert. Jetzt ist sie natürlich schwer krank und wie immer bin ich schuld daran. Ich solle ihr jetzt sofort alle ihre Probleme lösen.

Sie fragt mich, wie ich sie entlasten möchte und ihre Situation verbessern könne. Als ich ihr als ehrliche Antwort gebe, dass „vieles von ihr selbst abhängt“ – dazu vielleicht ein andermal mehr (ich glaube sie macht sich selbst viel Arbeit) – ist sie zutiefst beleidigt und verschwindet mit irgend einem Kommentar von „wir trennen uns“ ins Zimmer des schlafenden D.

In der Zwischenzeit beschäftige ich mich mit J., die ich ja auch den ganzen Tag nicht gesehen habe. Sie freut sich jedes Mal, wenn sie bei mir sein kann, im Gegensatz zu D., der momentan hauptsächlich an seiner Mutter klebt - oder zumindest, wenn sie einigermassen gut gelaunt ist.

Später am Abend gibt es noch eine zweite Auseinandersetzung, da ich das Geld zurückverlangt habe, das sie während meiner beruflichen Abwesenheit aus dem Büro entnommen hat. Wir haben Schwierigkeiten mit unserem Budget auszukommen, obwohl ich wirklich nicht schlecht verdiene. Wir haben ein Budget, bei dem jeder von uns gleich viel Taschengeld+ erhält und den Rest geben wir gemäss Budgetplan aus. Da geht es natürlich nicht, dass plötzlich Geld einfach so verschwindet. Wenn sie es für etwas ausgegeben hat, wofür wir im Budget etwas vorgesehen haben, bzw. sonst gemeinsam die Entscheidung fällen, wofür wir es ausgeben wollen, dann können wir natürlich die Bargeldreserve nehmen – aber die Buchhaltung muss stimmen. Wir können dann zu einem späteren Zeitpunkt solche Sonderausgaben noch besprechen. Sie ging übrigens dafür zwei mal mit Freundinnen essen - meines Erachtens wäre dafür ihr Taschengeld vorgesehen und nicht das Geld, das für unseren gemeinsamen Ausgang geplant war. Aber in einer Besprechung kann man natürlich auch darüber reden.

Jetzt stimmt zwar die Kasse wieder, aber mit ihr ruhig reden wird jetzt wohl auch nicht mehr gehen. Zumal sie jetzt auch schon wieder ohne etwas zu sagen ins Bett gegangen ist. Es ist jetzt auch schon wieder nach Mitternacht, nachdem ich all die vielen Dinge für uns erledigt habe. Ich möchte nur einmal nach Hause kommen, Nachtessen können und dann einfach Zeit für mich haben. Offenbar ein Ding der Unmöglichkeit.

Soll ich morgen Mittwoch wirklich ihre Schwester vom Flughafen abholen, nachdem sie mich gestern und heute so behandelt hat?

Zeit beanspruchen und ‘Danke’ sagen

5. Februar 2008

Der Boden in meinem Zimmer ist übersät mit Rechnungen, Konto-Jahresabschlüssen und Krankenkassenabrechnungen, die kontrolliert und sortiert werden wollen. Vieles ist während meines dreiwöchigen beruflichen Auslandaufenthaltes liegen geblieben und sollte dringend erledigt werden. Ich bin heute Montag extra früh von der Arbeit nach Hause gekommen, um hier weiter zu machen. Leider wird mir M. aber wieder einen Strich durch die Rechnung machen.

Am Mittwoch kommt ihre Schwester aus Südamerika zu Besuch. M. fragt mich wer sie abholen wird, wieviel Zugbillette zum Flughafen kosten, wie man vom Parking zur Ankunftshalle kommt, wo die Autobahnausfahrten sind, ob ich nicht schon in der zweiten Arbeitswoche nach Stellenantritt etwas frei nehmen könnte um sie abzuholen, usw. Da sie mich ganz lieb fragt, kann ich ihr diese Wünsche nicht abschlagen und beschaffe mit ihr während über drei Stunden diese Informationen und diskutiere die verschiedenen Varianten.

Eigentlich sollte ich spätestens um zehn Uhr ins Bett gehen, aber nach diesen Abklärungen und einigen weiteren Dingen ist es dann auch schon wieder Mitternacht. Sie geht ins Bett ohne mir etwas zu sagen. Ich gebe mein Vorhaben (Aufräumen) für heute auf und gehe nach dem Zähne putzen usw. dann auch ins Bett. Dabei denke ich noch lange darüber nach, was heute Abend wieder passiert ist. Das ist eine typische Situation bei uns: Sie sieht nicht, was ich alles noch erledigen muss, kann meine Arbeit nicht würdigen und schätzen und hat nur ihre eigenen Dinge im Kopf, die ich dann auch noch erledigen muss.

Dabei fällt mir übrigens gerade ein, dass ich am Vormittag im Geschäft noch viele Privattelefonate mit Behörden, Rechtsauskunftsstellen und Versicherungen geführt habe, weil sie so etwas ja nicht kann (oder will).

Als ich sie dann im Bett umarme und zärtlich berühre, rastet sie wieder aus. Sie möchte jetzt nur schlafen, sie müsse früh aufstehen und ich solle bloss nicht glauben jetzt mit ihr Sex haben zu können. Wenn ich um neun Uhr gekommen wäre, sei dies etwas anderes, aber mitten in der Nacht käme das gar nicht in Frage. Dabei vergisst sie ganz, dass es wegen ihr so spät geworden ist und wer von uns beiden länger schlafen kann.

Nun muss ich auch noch aufstehen und meine Gedanken in diesem Blog festhalten. Mittlerweile ist es Viertel nach zwei in der Nacht, ich muss in ein paar Stunden wieder aufstehen und werde morgen im Grossraumbüro vermutlich einschlafen, während Kunden an mir vorbeilaufen. Das macht sich sicher gut an einer neuen Arbeitsstelle während der Probezeit.

Da fällt mir ein, dass sie sich für meine Bemühungen auch noch nicht einmal bedankt hat.