Begrüssung

By ebms

Heute hat mein bester Freund ebenfalls eine Latina geheiratet. Allerdings habe ich ihn schon seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen. Dies zeigt eindrücklich wieviel Zeit und Arbeit ich in unsere Familie investiere, sodass ich inzwischen keine freie Zeit mehr für mich habe.

Bis gestern musste ich weitere Unterlagen zusammenstellen und an das Gericht einreichen. Ich habe nämlich meinen ehemaligen Arbeitgeber verklagt (Kosten für widerrufene Flüge und die Ausbezahlung von Ferien). Da dies sehr wichtig ist, war ich damit letzte Nacht lange beschäftigt. Leider erhalte ich auch dabei keinerlei Unterstützung von M., nicht einmal moralisch, oder dass sie mich aufmuntern würde.

Wenigstens ist das nun erledigt und das Wochenende steht an. Die wichtigste Arbeit ist also erledigt und nun heute nur noch auf diesen Apéro, dann kann ich endlich wieder etwas schlafen und mich etwas mehr um meine Familie kümmern. Ich habe mich heute den ganzen Tag gefreut endlich wieder M. zu sehen.

Heute an der Hochzeit sollten wir uns eigentlich treffen. Ich habe heute Nachmittag etwas früher aufgehört zu arbeiten und bin direkt zum Fest gefahren. Dort ruft mich M. dann an und sagt, sie komme erst etwas später, da die drei Kinder (2, 3 1/2 und 10) gemeinsam ins Kinderturnen gegangen seien. In diesem Alter kann man sie ja noch nicht länger alleine lassen. Sie komme aber nach dem Turnen direkt mit allen.

Als ich dann nach Hause komme freue ich mich schon auf meine Familie. Leider kommt es aber ganz anders.

M. begrüsst mich überhaupt nicht. Sie sagt nur ich solle mir für sie einmal soviel Zeit nehmen wie für meinen Freund und verschwindet beleidigt. Sie habe dies irgendwo in einem Newsletter gelesen.

Dass sie ihre Freundinnen mindestens einmal wöchentlich trifft und fast täglich mit Ihrer Familie in Südamerika telefoniert, brauche ich ja nicht zu erwähnen. Auch dass sie sich in den letzten Jahren noch (fast) nie Zeit für mich genommen hat ist natürlich nicht erwähnenswert. Umgekehrt helfe ich ihr aber (meines Erachtens) ständig bei den Kindern und zum Teil auch im Haushalt, obwohl sie nicht arbeitet.

Eigentlich war die Einladung ja für uns beide. Dass sie dann nicht erscheint ist ja wohl nicht mein Fehler. Und dass ich dort nicht auftauche wäre ja wohl das hinterletzte gewesen. Was soll ich denn sonst noch machen?

Und auch wenn sie irgendwelche negativen Gefühle hat – statt mit mir darüber zu sprechen fängt sie an den Abend zu vergiften, indem sie mich nicht einmal begrüsst.

Kann ich ihr wohl weiterhin vertrauen, dass sie mich liebt? Soll ich weiterhin mein ganzes Vertrauen, meine Zeit, meine Kraft usw. in sie setzen?

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